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Deutschland ist der wichtigste Markt in Europa und zugleich auch der wichtigste Handelspartner Chinas in Europa. Diese Tatsache muss aber nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht zutreffen, sondern auch in fußballerischer. Das Land der Weltmeister bildet seit Jahrzehnten Weltklassespieler aus und das Gütesiegel „Made in Germany“ spricht für die qualitativ hochwertige und nachhaltige Arbeit, die vom DFB geleistet wird. Deutschland gilt nicht nur als das Land der Erfinder, man denke nur an Kaltz’s berüchtigte Bananenflanke, sondern auch als das Land der Denker, das unzählige großartige Regisseure wie beispielsweise Schweinsteiger oder Effenberg hervorbrachte. Im internationalen Vergleich steht die deutsche Nationalmannschaft sehr gut da und ist ein gefürchteter Gegner, was sie durch den Titelgewinn bei der WM 2014 in Brasilien unterstrich. Der DFB leitet nicht nur sportliche Projekte und Programme, sondern engagiert sich auch in Sachen Wissenschaft, Integration, Soziales, Gesundheit und vielem mehr.

Warum die Chinese Football Association (CFA) in Deutschland investieren sollte

Die CFA kann durch Investitionen ihr eigenes Qualitäts- und Wissensmanagement steigern. Sie kann lernen, wie man den Fußball von der untersten bis zur obersten Spielklasse durchstrukturiert, wie man gesellschaftliche Verantwortung in Nachhaltigkeit, für Integration, für soziales Engagement, gegen Diskriminierung und gegen Spielmanipulation übernimmt. Zudem kann der chinesische Fußballverband erarbeiten wie man Anreize über den Fußball hinaus setzt, durch Wissenschaftspreise, oder Preise für soziales Engagement. Des Weitern kann sie lernen wie man das Spielniveau innerhalb der Ligen anhebt, dieses vermarktet und welche sportlichen Strukturen dafür notwendig sind.

Der chinesische Verband kann vom erfolgreichsten und bestgeführtesten Verband lernen und daraus Nutzen und Schlussfolgerung für ihren eigenen Verband ziehen. Die Möglichkeit einer Kooperation, vor allem im Jugendbereich, in Form von Fußballschulen und Internaten, in der die schulische Ausbildung neben dem Fußball nicht zu kurz kommt, könnte die CFA in den kommenden Jahren im Hinblick auf den internationalen Erfolg der chinesischen Teams und vor allem der Nationalmannschaft enorm vorantreiben. Ebenso würde die Qualität der eigenen landesinternen Fußballschulen und Sichtungszentren von der Aneignung des deutschen Know-hows profitieren.

Durch Investitionen in Deutschland würde die Chinese Super League perspektivisch gesehen eine derartige Qualität erhalten, dass sie zwangsläufig zu einem festen Bestandteil der chinesischen Gesellschaft wird. Fußball würde zum Nationalsport. Die Bereitschaft der Chinesen zu investieren ist vorhanden. Mehr als 1,5 Milliarden Euro investierte China seit Ende 2015 in Beteiligungen und Übernahmen europäischer Vereine. 521 Millionen Euro investierten chinesische Vereine 2016/17 in neue Spieler. Der 2015 initiierte 50-Punkte-Plan, der China bis 2030 dabei helfen soll, die Weltmeisterschaft zu gewinnen, zeigt auch, dass die Politik Interesse daran hat, den Fußball in China zu fordern und zu fördern. Es bleibt jedoch fraglich, ob diese Art Investition zum Erfolg führt.

China investiert in Fußball

Der 50-Punkte-Plan von Staatspräsident Xi sieht vor, 50 000 Grund- und Mittelschulen mit Fußballschwerpunkt zu bauen. Zudem sollen 6000 Trainer ausgebildet und bis 2030/34 die WM ausgerichtet und gewonnen werden.

 

Um es mit Laozi’s Worten zu sagen: „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“ Auf dem Weg zur ultimativen Fußballmacht wäre es für die CFA vielleicht sinnvoller, zunächst in die deutschen Fußballkapazitäten zu investieren und zu kooperieren. Umso Schritt für Schritt die notwendigen Methoden und Modelle für die Ausbildung der Starspieler von morgen zu erlernen. Stattdessen wird versucht, eine künstliche Fußballkultur aus ausländischen Fußballstars zusammen zu kaufen und durch politische Maßnahmen den Weg zur Fußballgroßmacht zu forcieren.

Bild2: liverpool’s new soccer team china;  Image credit: CC by Klarittemplate/Flickr.